Coming soon!!

F1 E probiert F4B
Bernhard Kaupert, Karlsruhe

Wie kommt ein eingefleischter Freiflieger (F1 E = magnetgesteuerter Hangflug) zum Scale-Fesselfliegen?
Vor Jahren habe ich neben dem Hangflug auch oft und gerne Fesselflug betrieben, allerdings nur Kunstflug-Spaßfliegen ohne Wettbewerbsaktivitäten. Standard war damals der 5 ccm-Motor (meiner war/ist der FOX 35). Der Fachmann wird gleich gemerkt haben, wie lange das zurückliegt!
Da ich sehr gerne baue, reizte mich mehr und mehr der Gedanke, neben den Magnetseglern einmal etwas Naturgetreues zu "schaffen".
Das Vorbild war schnell gefunden: dem Republic P-47 "Thunderbolt" galt schon immer mein Interesse, weil mich seine Technik und seine Optik besonders beeindruckten und beim Modell der Motor gut im Rumpf unterzubringen ist. Außerdem bin ich seit Jahren ein Warbird-Fan.
Soviel zur Vorgeschichte.
Ein alter amerikanischer Baukasten erwies sich als ungeeignet, weil das Material zu ungenau und der Flieger zu klein war. Also besorgte ich mir den Plan von Brian Taylor im Maßstab 1 : 8, Spannweite 150 cm, Länge 130 cm. Den passenden Motor OS FS 70 S kaufte ich recht günstig auf einem Urlaubs-Zwischenstop in Singapur. Das liegt jetzt schon beinahe 3 Jahre zurück.
Ich merkte bald, dass so ein Flieger eine Menge Zeit in Anspruch nimmt. Mit dem Bauen konnte ich auch gar nicht gleich anfangen, weil der BT -Plan kein Einziehfahrwerk, keine Klappen und keinen Cockpit-Ausbau vorsah. Zudem war das Modell als RC-Modell konzipiert und besaß dafür Quer- und Seitenruderfunktion. Also fing ich erst einmal an zu tüfteln und schneiderte das Ganze auf Fesselflug um ohne Scale-Erfahrung verständlicherweise eine kniffliche Arbeit. Bei dem relativ großen Maßstab sollten natürlich Fahrwerk (auch Heckrad) und Landeklappen "aktiv" sein.
Als ich die ganzen Umänderungen nach etlichen Wochen und vielem Kopfzerbrechen auf der Reihe hatte, das englische Fahrwerk und andere Fertigteile eingetroffen waren, das endgültige Baumuster und seine Besonderheiten (P-47 D- 40-RA) festgelegt war und viele Fotos und Zeichnungen studiert waren, konnte es ans Bauen gehen.
Der Rohbau des Rumpfes und des ungeteilten Flügels -zwei getrennte Teile -ging zügig voran. Natürlich musste ich mich mit Materialien und Techniken vertraut machen, die im Freiflug nicht auftauchen: Beplankung, Laminierung der gesamten Oberfläche, Spachteln, Schleifen, Anlenkung von Klappen und Ruderflächen und vieles mehr. Immer wieder gab es aha-Momente, Enttäuschungen und Änderungen, aber auch viele kleine Erfolgserlebnisse, wenn der gelegentlich mitleidenden
Ehefrau kleine pfiffige "Insellösungen" präsentiert werden konnten. Große Mühe, manchen Kummer und nachträgliche Änderungen bereiteten mir vor allem die Klappen der Fahrwerksabdeckungen. Etliche Varianten habe ich ausprobiert, um Haupt- und Heckfahrwerk nach dem Einklappen zu verschließen, ohne dass das Ganze zu kompliziert und anfällig wird. Ich hoffe, dass ich einen praktikablen Weg gefunden habe. Rumpf- und Flügeloberflächen sind jetzt fertig strukturiert, das ganze Modell grundiert, der Cockpit-Ausbau fast fertig und viel Kleinkram, wie Propeller und Antennen modelliert, Servos eingebaut und die Pneumatik für das Fahrwerk installiert.

Ich hoffe nun natürlich inständig, dass ich alles richtig gemacht habe und dass letztlich alles funktioniert und hält -nicht nur im Stand, sondern irgendwann auch einmal beim Fliegen. Apropos fliegen! Haben nicht alle, die mein stolzes Werk gesehen haben, gesagt: "Der Flieger darf nicht fliegen, der muss am Boden bleiben"? Habe
ich auch die Nerven, mein Kunstwerk in die Luft zu kriegen, so, wie meine Magnetsegler? Müsste ich nicht noch etwas einfacheres bauen, um zu üben und bittere Verluste zu vermeiden? Es ist schon ein Unterschied, ob man einen 500- Gramm-Segler im Hangwind startet oder einen sehr komplexen 5-Kilo-Flugapparat auf eine Kreisbahn bringt!
Ich denke, Alfred Funk, dem ich sehr dankbar bin für Hilfe, Tipps und Ratschläge,
wird mich weiter in die Geheimnisse von F4B einweihen.

Bilder - Bau der P47 Thunderbolt von Bernhard Kaupert
   
 
     
 

oben: hier entsteht der Rumpf in der klassischen Bryan Taylor Konstruktion.

links: die Beplankung des Rumpfes - eine mühseelige Arbeit

     

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